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Sturmsicherheit

Sturmschäden und die Folgen

Sturm
Quelle: Koramic (Wienerberger)

Die Statistiken der letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass Stürme häufiger und heftiger auftreten und die Zahl der Versicherungs­schäden drastisch zugenommen hat. In Deutschland gibt es jedes Jahr Warnungen vor Stürmen, die großen Schaden anrichten können. Herabfallende Teile stürzen auf Autos oder Gebäude und nicht immer ist Hauseigentümern klar, dass sie eine Mitschuld tragen, wenn sie nicht vorsorgen.

Wenn bei Sturm etwas von Ihrem Gebäude runterfällt und Schaden anrichtet, müssen Sie unter Umständen selber zahlen, wenn Sie für die Sicherheit Ihres Gebäudes nicht ausreichend Sorge getragen haben - auch wenn Sie versichert sind.

Ihr Gebäude muss regelmäßig einmal pro Jahr auf Gefahren geprüft werden, und zwar dann, wenn sie in einer sturm­gefährdeten Gegend leben. So lautet ein aktuelles Gerichtsurteil von Anfang 2018 (siehe Kasten).

Gebäudezustand ist jährlich zu überprüfen!

LG Aurich, Urteil vom 19.01.2018 - 3 O 1102/16

  • 1. Die ordnungsgemäße Unterhaltung eines Gebäudes erfordert eine regelmäßige Überprüfung des baulichen Zustands des Gebäudes auf alle Gefahren, mit denen nach der Lebens­erfahrung zu rechnen ist.
  • 2. Die Intensität und Häufigkeit richten sich dabei insbesondere nach der Lage und Nutzung des Gebäudes sowie der Schadens­anfälligkeit seiner Konstruktion. Steht das Gebäude in einer Lage mit häufiger auftretenden starken Sturm- und Orkan­ereignissen ist eine zumindest jährliche Kontrolle der Gebäude und Dächer auf hinreichende Sturmfestigkeit erforderlich.
  • 3. Eine Sichtprüfung des Daches anlässlich der Reparatur eines Dachfensters genügt der gebotenen regelmäßigen Überprüfung des baulichen Zustands des Daches nicht.
  • (Quelle: IBRRS 2018, 1433; IMRRS 2018, 0519)

Dach fachmännisch prüfen lassen

Vorsicht! Wer nun denkt, dass ein kurzer Check durch einen Handwerker ausreicht, der irrt. Ein Fachmann muss sich intensiv das gesamte Dach ansehen und begehenbegehen und z.B. Klammerungen und Vermörtelungen überprüfen.

Empfehlung: Wenn man der Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen ist, muss man im Schadensfall damit rechnen, dass die Versicherung die Zahlung verweigern kann.

Verschärfte Haftung bei herabstürzenden Bauteilen!

Für Sturmschäden an fremden Rechtsgütern oder Personen, z.B. durch herabfallende Dachziegel oder umstürzende Bäume auf ein parkendes Auto oder Passanten, haftet grundsätzlich die private Haftpflichtversicherung des Haus- bzw. Grundstücksbesitzers.

Galt bisher der Grundsatz, dass die Haftpflichtversicherung bereits bei Beaufort 8 in Anspruch genommen werden konnte, wurde dieser nach einer neueren Entscheidung des OLG Hamm aus dem Jahre 2010 dahingehend aufgeweicht, dass Dächer Windstärken bis Beaufort 12 standhalten müssen.

Es ist also vor dem Hintergrund dieser Entscheidung damit zu rechnen, dass private Haftpflichtversicherungen erst bei Sturmschäden ab Beaufort 12 in Anspruch genommen werden können bzw. private Haftpflichtversicherungen eine Schadensübernahme ablehnen.

Das OLG Hamm bemerkte, dass schon das Alter eines Daches zur Neueindeckung verpflichten könne.

Empfehlenswert ist aber, den Zustand des Bauwerks und des Grundstücks regelmäßig kontrollieren zu lassen. Im Schadensfall kann der Hausbesitzer durch regelmäßig vorgenommene Wartungen und ggfs. durch erfolgte Nachbesserungen durch einen Fachmann nachweisen, dass er seine Sorgfaltspflicht erfüllt hat.


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